Diese Seite ist eine Liebeserklärung an meine Frau, Lebensgefährtin und Geliebte. Sie wurde am 13.12.1935 geboren und starb nach 16-jähriger Lähmung am 24.3.2000.     

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Aus dem Leben von Erika Kerkhoff geb. Löchte
Zusammengestellt von Winfried Kerkhoff

                                                                                                                              

Nach dem Krieg

Die glückliche Zeit wurde jedoch ein wenig getrübt, als die Schule 1946 wieder nach dem Krieg begann. Nun mussten die beiden Mädchen weit über eine Stunde laufen, ¾ Std. bis zur Stadt und dann noch eine halbe Stunde bis zum anderen Ende, wo die Schule lag. Kinderschritte sind halt kleiner als die eines Erwachsenen. Hinzu kam, dass nun auch Soldaten der Alliierten überall stationiert waren, bei deren ungewohnten Anblick die beiden Mädchen, denn auch die Schwester ging mittlerweile in die Schule, sich ängstigten. Da half  auch nicht, dass diese Soldaten den Kindern Schokolade schenkte, wie Erika berichtete. Schokolade und viele andere Sachen, die die Soldaten verteilten, hatten manche der jungen Kinder noch nie gesehen, geschweige denn gegessen. Morgens sammelten sich die Kinder aus der Umgebung und gingen gemeinsam zur Schule, aber nach Schulschluss passte das nicht immer. So gingen die beiden Mädchen oft allein auf den Weg nach Hause, dem Heidehof. Sie hatten schon Angst, wenn sie so allein dahermarschierten. Oftmals sangen sie lauthals. Warum? Ja, meinte Erika auf diese Frage, ich glaubte damals als kleines Mädchen, wenn uns irgendeiner überfällt und wir plötzlich zu singen aufhören würden, müsste das doch irgendeiner hören und davon ausgehen, dass ein böser Mensch uns was antun wollte.

Einmal war in dieser Zeit eine Mitschülerin aus der Stadt zum Abendessen  geblieben. Es gab natürlich reichlich zu futtern, selbstgebackenes Brot, Butter, Eier und Wurst und Käse. In diesen Nachkriegszeiten ein Festmahl. Sie packte natürlich tüchtig zu. Denn zu Hause war das Mahl nicht so üppig. Alles musste ja auf Bezugsmarken eingekauft werden und davon bekam jeder nur eine bestimmte, nicht üppige Anzahl vom Amt zugeteilt. Die Bauern, in der Regel Selbstversorger, hatten dagegen mehr zu essen. Als die Freundin schließlich am Schluss des Abendessens gefragt wurde, ob sie noch etwas haben möchte, antwortete sie: „Ich möchte wohl noch was, aber – ich kann nicht mehr.“ Nach einer Weile sagte sie ganz leise: “Aber, wenn ich für meine Mutter ein Butterbrot mitnehmen kann?“ Sicher bekam sie ein Butterbrot für ihre Mutter und zog überglücklich ab.

Mit den Pausenbroten war das so was. Diese üppigen selbstgebackenen Brote mit dicker Butter, gut belegt mit Aufschnitt waren von den schmal gehaltenen Stadtkindern in Burgsteinfurt - so hieß das heutige Steinfurt, in dem  Burgsteinfurt nur noch ein Ortsteil ist - sehr gefragt. Erika und ihre Schwester dagegen freuten sich, auch mal Graubrot mit dünner Butter und nur magerer Leberwurst essen zu dürfen und so tauschten sie mit den Stadtkindern die Pausenbrote.

Es kam die Erstkommunion von Erika, 6.Juni 1946. Wie sollte man feierlich zur Kirche kommen, wenn man ¾ Stunde laufen musste. Autos waren in dieser Nachkriegszeit kaum noch vorhanden. Die letzten, eben auch die privaten, waren für den Endkampf von Hitlers Krieg eingesetzt worden. Der Nachbar vom Heidehof bot sich an. Er hatte eine Kutsche. Also ging es in der Kutsche mit zwei Pferden davor zum Gottesdienst Eine eindrucksvolle Fahrt und schließlich, wer konnte solch eine Fahrt schon zur Erstkommunion vorweisen. Hochzeiten, ja das hatte man schon auch als Kind gehört, dass man da mit einer Kutsche zur kirchlichen Feier fuhr. Der Tag der Erstkommunion  hat aber auch noch eine unliebsame Erinnerung hinterlassen. Als am Spätnachmittag das Kommunionkind ins Haus kommt, hat sie ihr weißes Kleid ziemlich zugerichtet. Sie drehte sich an der Turnstange. Staub- und Rostflecken waren reichlich zu finden. Ob Mutter Mieze sich wohl die Haare gerauft hat?

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