Diese Seite ist eine Liebeserklärung an meine Frau, Lebensgefährtin und Geliebte. Sie wurde am 13.12.1935 geboren und starb nach 16-jähriger Lähmung am 24.3.2000.

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 Etappen eines Lebens
Aus dem Leben von Erika Kerkhoff geb. Löchte
Zusammengestellt von Winfried Kerkhoff

 

                 Bikini    

Wer von den Mädchen und jungen Frauen trägt heute einen Badeanzug? Meistens einen winzigen Bikini. Aber damals Anfang - der 50er Jahre - war das schon etwas anderes. Es gab nicht viele und gewagte Modelle für den Konsumenten. Die waren gar nicht in den Läden zu finden.

Es war der Sommer des Tanzkurs. 1953. Wir wohnten immer noch in Burgsteinfurt. Ich hatte Erika zum Mittelkränzchen eingeladen, ich sah sie außerdem, wenn wir uns im Singekreis trafen. Aber das war es auch schon. 

Ich war den ganzen Sommer über regelmäßig zum Schwimmen ins Freibad gegangen, d. h. eben jeden Tag, egal ob die Sonne schien oder nicht, sogar meistens bei Regen. Eines Tages entdeckte ich Erika mit ihrer Schwester und den Schulkameradinnen im Schwimmerbecken. Die Mädchen waren alle recht albern und irgendwie fiel mir das auf den Wecker. Aber etwas missfiel mir noch mehr. Erika trug als einzige einen Bikini. Sehr schick, sehr anständig, aber es ärgerte mich, dass alle anderen Mädchen einen vollständigen Badeanzug trugen. Ich fand es nicht unanständig, aber eben etwas zu freizügig. Warum sie allein? Ich war irgendwie ärgerlich. Wusste abe gar nicht warum, denn sie war ja damals nur meine Tanzpartnerin! War sie etwas frivol? fragte ich mich.

Als wir uns zum ersten Mal dann zum Schwimmen trafen, nachdem wir zusammen gingen, es war an einem Baggerloch und Sonntag und schon das andere Jahr,  nahm sie mir vorher das Versprechen ab, dass ich sie nicht in ihrem Bikini "angucken" dürfe. IIch war auch brav und wagte immer nur einen kleinen Blick von der Seite. Ich hätte ja damals gern einen offenen Blick gewagt, aber dann hätte ich sie verloren, das ahnte ich. Frivol war sie nicht, musste ich nun feststellen.

Erst als Erika schon krank war, also nach dem Schlaganfall, kam die Sache mit dem Bikini zur Sprache. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht. 

Und so kam es dazu.  Ihre Mutter hatte Stoff gekauft, um für beide Töchter aus Kostenersparnis selbst einen Badeanzug zu schneidern. Erikas Mutter konnte sehr gut nähen, für Erika eine gute Schulung. Zuerst bekam Erikas Schwester einen Badeanzug genäht. Es war dann nur noch Stoff für den Bikini übrig. Dummerweise Da man sparen musste, blieb Erika nichts anderes übrig, als sich mit dem Bikini abzufinden. 

Natürlich habe ich Erika daraufhin von meinen damaligen Überlegungen erzählt. Wir haben in glücklicher Erinnerung beide gelacht. Wie züchtig war der damalige  Bikini gewesen. Erika hatte später auch die Mode mitgemacht, als die Fetzen immer kleiner wurden. Aber ein kleines bisschen habe ich mich auch geniert über meine damaligen Gedanken, sie sei frivol.

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Gedichte an Erika  Vorwort   Adieu  Frohe Weihnacht  Traumerinnerungen  Du gingst  Verloren  Zum Greifen nah  Tränen in Novembertagen  Momentaufnahme  Wer weiß   Dieser Tag endet nicht im Westen   Ein Lächeln  Die letzte Rose  Abschied   Frühling  Jede Nacht  Wo der Himmel ist  Tränen am Meer  Die Schaukel  Noch immer  Dass du mich liebst Schatten der Erinnerung Leb wohl du  Seltsame Begegnung  Abschied für immer  Liebes-Spuren Hoffnung  Träumen  Nie mehr  Schwer oder leicht  Was bleibt